Thuner Majolika und ihre Rolle in der Vernetzung der europäischen Kunst und Kultur: Die Majolika aus Thun, eine spezielle Art von Keramik, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert und des frühen 20. Jahrhunderts in der Region Heimberg/Steffisburg produziert wurde, ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Kunst und Handwerk kulturelle und historische Vernetzungen fördern können. Die diesjährige Thematik der Denkmaltage «Vernetzt» bietet einen passenden Rahmen, um die kulturelle und künstlerische Bedeutung der Thuner Majolika im Rahmen eines Vortrags zu beleuchten.
Die Produktion der Thuner Majolika begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit, in der Europa durch neue Technologien und die zunehmende Mobilität seiner Bevölkerung immer stärker vernetzt wurde. Eisenbahnlinien und Dampfschiffe machten es möglich, dass Menschen, Ideen und Waren schneller als je zuvor transportiert wurden. In diesem Kontext entstanden in der Region Heimberg/Steffisburg Keramiken, die spätestens ab 1878 mit ihrem Erfolg auf der Weltausstellung in Paris bekannt wurde.
Die sogenannte Thuner Majolika zeichnet sich durch ihre leuchtenden Farben und die detailreichen, oft floralen oder landschaftlichen Motive aus. Diese Stilmerkmale spiegeln nicht nur die ästhetischen Präferenzen der Zeit wider, sondern auch den Austausch zwischen verschiedenen europäischen Kunstzentren. Die Erzeugnisse der Region Heimberg/Steffisburg wurden über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt und exportiert, was den kulturellen Austausch und die wirtschaftliche Vernetzung zwischen Thun und anderen Regionen Europas verstärkte. Sie wurde somit zu einer kulturellen Botschafterin der Schweiz, die die lokale Handwerkskunst der Region in verschiedenen Ländern Europas bekannt machte. Sie ist damit ein perfektes Beispiel dafür, wie künstlerische Erzeugnisse zur Vernetzung beitragen können. Durch den Austausch von künstlerischen Ideen und Techniken sowie durch den Handel mit diesen wertvollen Keramiken wurden und werden kulturelle Brücken gebaut, die Menschen und Regionen auf der ganzen Welt verbinden. Die Denkmaltage zum Thema «Vernetzt» bieten uns die Gelegenheit, diese Aspekte der Thuner Majolika zu feiern und zu würdigen und sie betonen die Bedeutung von Kunst und Kultur als verbindende Elemente in unserer globalisierten Welt.
Quoi et quand
Einblicke in die Keramiksammlung der Stiftung Schloss Thun mit anschliessendem Workshop (Keramik bemalen)
Di, 08.09.2024 10:30 - 12:00
Réservations terminées
Lieu et arrivée
Ab Bahnhof Thun ca. 15 Min. Fussweg, direkter Zugang von der Altstadt via Schlossberg Parking Lift (Eingang Obere Hauptgasse 27)
Horaire CFF